Mai 9, 2026

Verantwortung

In den letzten Wochen begegnet mir das Thema „Verantwortung“ in vielen Varianten.

Inwieweit übernehme ich die Verantwortung für mein Leben?
Inwieweit bin ich Opfer oder Schöpfer meiner Welt?

Die folgenden Situationen habe ich mehrmals erlebt:

Menschen erzählen mir von all ihren Krankheiten: Bluthochdruck, Herzprobleme, Bein-/Knieprobleme, Krebs, neue Linsen in den Augen.
Sie sagen, das passiere halt einfach so, wenn man älter wird, reiner Zufall.
Und man gibt die Verantwortung in die Hände der Ärzte, der medizinischen Welt und der Pharmaindustrie.
Die Symptome werden behandelt, aber nicht die Ursache.
Was wäre, wenn all diese Krankheiten eine Botschaft wären oder ein Pfad, um Urwunden zu transformieren?

Eine andere Situation: Seit letztem Jahr bin ich Teil des Lichtenberger Meisterkurses von Gisela Rohmert. Hier begegnen sich mehrere Menschen, die mit der Methode vertraut sind (Fortbildung und Studiengang gefolgt haben und ziemlich getrieben sind in dieser Arbeit.)
Meiner Meinung nach stößt diese Methode an die Grenzen unserer bekannten (klassischen) Musikwelt. Ich merke, was diese Art und Weise von Klang mit mir macht.
An einem Wochenende hatten wir Meisterkurs und das Repertoire war gefragt bzw. gewünscht. Während dieser Session kam eine Sängerin an ihre Grenzen. Danach warf sie dem Pädagogen vor, er habe keine Ahnung und sei kein Sänger. Ihre eigene Ausrichtung war unbewusst und unklar. Sie ging mit ihren bekannten, klassischen Erwartungen hinein, die nicht bestätigt wurden.
In all den Jahren, in denen ich da war, kenne ich das. Wie oft wurde meine Welt erschüttert! Mein Ego bzw. meine Persönlichkeit brach total zusammen und durfte sterben.

In meiner Vergangenheit habe ich im Kundendienst gearbeitet und wie oft habe ich erlebt, dass Menschen eine Vorstellung davon haben, wie ein Unternehmen ihr Thema/ihr Problem lösen muss/soll.
Und dann ist der Kunde total enttäuscht, wird aggressiv und unhöflich, weil das Unternehmen es so nicht umsetzen will/kann/möchte.
Statt sich vorher zu informieren, worauf sie sich einlassen, und sich Zeit zu nehmen, um zu überlegen, ob sie das wirklich wollen,
Auch hier ist dann jemand anderes Schuld, der Kunde ist das Opfer und die anderen sind die Täter.

Seit einigen Jahren werde ich immer bewusster, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Mir ist mehr denn je bewusst, dass alles, was mir begegnet, durch mich manifestiert ist.
Es ist an der Zeit, mein Sehen, mein Fühlen und mein Handeln ins Gleichgewicht zu bringen.
Kompromisse kann und will ich nicht mehr eingehen.
Wenn eine „Sache” klar und deutlich ist, kann ich nicht länger der Strauß sein und den Kopf in den Sand stecken.
Für mich bedeutet Verantwortung zu übernehmen, dass ich das, was sich in meiner Außenwelt zeigt, als Projektion meiner inneren Welt zurücknehme. Es ist alles miteinander verbunden.
Wenn ich eine andere Außenwelt möchte, dann ist es an mir, mein Inneres zu ändern.
Jeden Tag erträume ich mir eine neue Welt.

Wie entscheidest du dich? Für einen Alptraum oder das Paradies auf Erden?