In meiner Kindheit habe ich die Welt „anders“ gesehen als meine Umgebung. Ich hatte die Möglichkeit, in die Welt der Musik zu entfliehen, und meine Bezugspersonen kannten sich damit kaum aus.
Irgendwann merkte ich, dass ich dazugehören wollte und habe mich an die Normalität und Weltperspektive meiner Angehörigen angepasst.
Mit 13/14 Jahren haben meine Augen entschieden, nicht mehr weit sehen zu können. In der Schule war das, was an der Tafel stand, nicht mehr lesbar. Heute sehe ich es mit anderen Augen.
(Wollte ich vielleicht die Geschichten unserer Gesellschaft nicht mehr aufnehmen? Oder hatte ich Angst vor der Vergangenheit oder der Zukunft? Oder wollte ich meine Verantwortung abgeben?)
Auch hier ging ich den Weg der Anpassung: Ich trug eine Brille und später Linsen.
Unsere Gesellschaft bestimmt, wie wir die Welt zu sehen haben.
Das wurde über Jahrhunderte hinweg durch Verfolgung und Scheiterhaufen (von der Kirche) indoktriniert.
Viele von uns erinnern sich bewusst oder unbewusst daran.
In vielen Situationen habe ich mich unwohl gefühlt und gemerkt, dass ich die Dinge anders sehe.
Ob es um das Schulsystem oder das Gesundheitswesen geht, das Leben im Allgemeinen…
Oft habe ich gedacht, ich sei falsch oder fehl am Platz.
Seit einiger Zeit merke ich, dass ich meine Spiritualität nicht mehr ignorieren will/kann, dass ich sie nicht mehr verstecken oder verschweigen möchte.
In Verbindung ist es einfacher, leichter, geschmeidiger, schneller, schöner …
Ich vertraue mich, meine Brille oder Linsen abzulegen und die Welt so anzuschauen, wie es meine Augen in diesem Moment für richtig halten.
Auf wissenschaftlicher Ebene verbessert sich meine Sicht.
Das kann doch nicht wahr sein! Es gibt diese Geschichte im Kollektiv, dass man mit zunehmendem Alter schlechter sieht und hört. Ist das wirklich notwendig? Oder ist das ein Glaubenssatz, den man so schön in die Gesellschaft bringt?
Ich bin der Schöpfer meiner Welt und entscheide mich, endlich meine Essenz zu leben.
Und siehe da: Meine Augen werden besser. Ich schaue mich selbst an!
Heute Morgen habe ich eine Traumanalyse von einem sehr intensiven Traum gemacht. Bei der Analyse dachte ich, dass alles mit dem Thema „Sehen” zusammenhängt. In diesem Moment sagte mein Ehemann: „Kannst du sehen, dass es notwendig war, in dieses ‚alte‘ Lebensgefühl zu sein, um jetzt in das Neue zu kommen/zu sein?”
Letzte Woche kam in einem Gespräch der Satz: „Das wird nicht gerne gesehen.“
Ja, ich verstehe etwas: Menschen, die sich immer mehr vom Joch der Gesellschaft befreien,
die sich aus Situationen befreien, die nicht gut tun oder wohltuend sind, zeigen, dass man schöpferisch und selbstbestimmt leben kann. Sie sind nicht kontrollierbar und eine Bedrohung für die Normalität.
Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass ich mich traue und bewusster „sehe, fühle und handle”.
Diese drei Zentren miteinander in Einklang bringe.